Bericht Titel: Los Angeles, Kalifornien, Hotel Best Western, Jamaica Bay Inn

ID: US-CA-LA-BW-03-05-2012
Name / Pseudonym: rollstuhllady

Angaben Handicap
Grad der Behinderung (GdB): 100
Klassen (G,B,aG,H,BL,GL,RF): B, G, aG, H, RF
Rollstuhlabhängigkeit:  ja
Art der Behinderung: Querschnittlähmung, Paraplegie, TH6/8
nähere Beschreibung:

Angaben Ausflug - Reise - Urlaub
Land: USA
Bundesland, Kanton, Bezirk: Kalifornien
Stadt/Ort: Los Angeles
PLZ, ZIP: 90292 Marina Del Rey
Name Unterkunft: BEST WESTERN HOTEL JAMAICA BAY INN

Strasse: 4175 Admiralty Way
Telefon: 
e-Mail: 

Datum der Reise
von: 17.03.2012
bis: 31.03.2012

Bericht Text:
17.03.2012
Auf geht’s, mit dem Bus nach Wiesbaden, weiter mit dem Zug nach Frankfurt. Hier kurzes und problemloses einchecken und zwei Sanitäter bringen mich ins Flugzeug.


Mit der  Lufthansa hin und zurück!

Der Flug gestaltet sich als nicht unbedingt kompliziert aber etwas trocken. Das Personal muss hinzu zum lächeln animiert werden und in der Nacht rennen die Passagiere mehr nach Getränken als das sie ruhen.
Ich habe weder Kopfhörer noch sonnst ein Interessen und widme mich ganz meinem Buch, „Mädchenfänger“. Meine Tochter hatte es mir zum Lesen überlassen und daheim war ich nicht dazu gekommen.
Mein Sohn versorgt uns mit Getränken und zwischendurch schlafen auch beide mal ein wenig.
Pünktliche Ankunft in Los Angeles und wir müssen um ein Taxi kümmern. Die Busse fahren nicht direkt bis Marina Del Rey und somit ist das Taxi richtig, Preisnachfrage ist Voraussetzung. 30 Dollar, mit Trinkgeld, für uns drei und die ersten Eindrücke aus dem fahrenden Auto. Es ist windig und nicht gerade warm, ich denke mal es werden 15 °C gewesen sein.



Unser Hotel:
macht von außen einen sauberen und modernen Eindruck. Der Eingangsbereich sowie die Rezeption sind sehr überschaubar, gemütliche, kleine Wohnzimmeratmosphäre. Das Personal sehr freundlich mit einer Einweisung und Karte für die Umgebung.
Der Aufzug befindet sich gleich um die Ecke. Ein langer Gang erstreckt sich vor uns und führt zum Restaurant, zur Hotelbar und zum Pool. Alles sehr gut mit Rollstuhl zu erreichen aber wir haben es nicht genutzt.
Wir fahren in den 4 Stock, das Zimmer 445 wird für die nächsten 13 Nächte unser Heim sein. Pagen stehen nicht zur Verfügung aber es wird gefragt ob wir Hilfe brauchen. Wir lehnten dankend ab..

Das Zimmer:






Es wird in einem hellbraun bis dunkelbrauen Farbton gehalten und verleiht mir eher das Gefühl in einem Keller zu stehen als in einem Zimmer. Der sehr dunkle Raum besitzt zwei große Betten (für 4 Personen), einen Sessel, einen Stuhl, einen Tisch der an der Wand steht, einen Schrank mit sechs Fächern, einen Kühlschrank und einen Wasser oder Kaffeekocher und ist selbst mit den vorhandenen Lichtquellen nicht zu erhellen.
Wir sind zu dritt und somit ist es nicht möglich, das wir uns an den Tisch setzten können um eine Kartenspiel oder ähnliches zu bestreiten.
Gemeinsame Ziele und Urlaubspläne werden in einem der Betten ausgesucht und organisiert. Bisschen umständlich aber was will man machen.
Der gesamte Raum ist mit Teppich ausgelegt, ein NOGO für Rollstuhlfahrer. Durch die drei Koffer bleibt für mich wenig Platz zum fahren oder wenden.
Die Betten haben eine Höhe von 90 cm und ich bin den Tränen sehr nahe. Wie soll ich hier ins Bett kommen? Mein Mann geht noch einmal zur Rezeption und wir suchen nach einer Lösung. Kurzer Hand werden vom Hausmeister die Füße um 15 cm gekappt und ich schaffe es mich ins Bett um zu setzten. Gott sei Dank bestehen die Beine nur aus einem Stecksystem und können somit leicht montiert oder eben demontiert werden.
SUPER GLÜCK GEHABT!







Das Bad:
Das Bad verfügt über eine behindertengerechte Dusche und Toilette aber das Waschbecken ist so hoch in einem Tisch eingefasst, dass ich mich beim Zähneputzen strecken muss um nicht den Tisch zu bespucken sondern das Becken zu treffen.
Neben dem Bad befindet sich ein kleiner Raum mit Bügeleisen, Bügelbrett, Safe und einer Kleiderstange an die auch ich rann komme.
Der Gedanke ist gar nicht schlecht aber das Problem, keine Lampe und durch den festinstallierten Safe ist kaum Platz für die Kleiderbügel. Somit kann ich gerade auf jeder Seite drei Bügel für Hosen oder Jacken benutzen. Aus dem Koffer zu leben können die Männer, meine Masche ist das nicht. Ich brauche eine Übersicht in meiner Kleidung.







Der Balkon:
Der Balkon mit Blick auf die Straße nach links und rechts zum Hafen, hat einen kleinen Tisch und zwei Stühle. Ich kann mich dem Rollstuhl drehen aber nicht fahren, dazu ist er zu klein.
Die Lage an dem größten, künstlich erbauten Hafen der Welt ist enorm. Die Lage zur City von Los Angeles natürlich nicht so toll, da es außerhalb liegt.
Beste Möglichkeit ist hier ein Auto zu mieten oder man fährt mit Bus und Bahn. Kein Problem für Rollstuhlfahrer, die Busse haben alle Rampen und man steigt zuerst ein. Die Zweibeiner warten ohne zu drängeln und zu maulen. Vorne einsteigen und hinten aussteigen. Der Busfahrer ist der Chef und fertig. Jeder zahlt 1,50 Dollar und ich 0,50 Dollar und fertig. Nicht essen, nicht trinken, nicht rauchen und keine laute Musik. Wer dagegen verstößt bezahlt 250 Dollar Strafe und alle halten sich dran. Die ersten 10 Plätze sind für Behinderte, Alte und Mütter mit Kindern reserviert und egal ob Bettler oder Krawattenträger alle respektieren und beachten diese Regeln.
Ein kleiner Rundgang ums Hotel und ein Abendessen beim Chinesen sollte den Tag ausklingen lassen.

Aktivitäten:
Während unseres Aufenthalts waren wir an folgenden Orten:

Venice Beach, State Beach, Long Beach
Santa Monica Pier

DOWNTOWN von L.A. und Santa Monica

Hollywood
Universal Studios
Beverly Hills

Fazit:
Es war ein für mich sehr anstrengender, schöner aber kein spektakulärer Urlaub.
Dort wo wir in den USA waren ging es stets sehr behindertengerecht zu!