Bericht Titel: New york, NY City, Manhattan, Hotel Marriott Marquis Times Square

ID: US-NY-TS-MM-18-05-2011
Name / Pseudonym: Pocahontas

Angaben Handicap
Grad der Behinderung (GdB): 
Klassen (G,B,aG,H,BL,GL,RF): 
Rollstuhlabhängigkeit:  ja, permanent
Art der Behinderung: Querschnittlähmung
nähere Beschreibung: Auto: Ich bin Begleitperson und begleite meinen querschnittgelähmten Mann.

Angaben Ausflug - Reise - Urlaub
Land: USA
Bundesland, Kanton, Bezirk: New York City
Stadt/Ort: New York, Manhattan
PLZ, ZIP: 10036 USA
Name Unterkunft: Hotel Marriott Marquis Times Square

Strasse: 1535 Broadway
Telefon: 1-212-398-1900
e-Mail: 

Datum der Reise
von: im Juni 2010, eine Woche
bis: 

Bericht Text:
Im Rolli durch New York
Wir sind wieder zu Hause, leider ging unsere New York Reise viel zu schnell vorbei. New York war echt klasse und meiner Meinung nach weitestgehend für Rollstuhlfahrer mit Begleitperson geeignet.
Unser Flug mit Lufthansa nach New York JFK verlief problemlos. Die Fahrt mit dem Supershuttle (hatten wir vorher online gebucht) nach Manhattan funktionierte auch. Es war ein Bus mit absenkbarer Rampe, so dass man als Rollifahrer nicht extra umsetzen musste. Der Fahrer von Supershuttle kam uns an unser Terminal abholen. Die Fahrt dauerte aber recht lange, da der Bus noch an 3 Terminals Passagiere abholte und dann erst zu den einzelnen Hotels fuhr.



Nach dem langen Flug kam es einem umso länger vor. Daher entschlossen wir uns für die Rückfahrt vom Hotel zum JFK Flughafen nicht mehr mit Supershuttle, sondern lieber mit einem Taxi zu fahren. Die Stornierung der Rückfahrt funktionierte problemlos, wir bekamen das Geld zurück überwiesen.
Wir hatten uns für das Hotel Marriott Marquis Times Square entschieden. Es liegt direkt am Times Square und ist idealer Ausgangspunkt für sämtliche Unternehmungen. Ich kann das Hotel Marriott Marquis mit gutem Gewissen als barrierefreies Hotel weiter empfehlen. Wir hatten ein Zimmer in der 35. Etage.


Der Time Square

Die barrierefreien Zimmer sind recht groß, ich gehe von ca 40 qm aus, das Bad hat eine befahrbare Dusche mit klappbarem sehr großem Duschhocker, der jedoch meiner Meinung nach etwas zu niedrig angebracht ist. Es gab genügend Handläufe. Die Toilette steht so, dass man genug Platz daneben für den Rolli hat, auch da befanden sich 2 Handläufe. Wir hatten eine Toilettensitzerhöhung von 10 cm dabei, damit war die Höhe perfekt. Das Waschbecken war unterfahrbar. Die Zimmer waren sehr schön, mit großem LCD TV, einer Kaffeemaschine, einem Radiowecker mit IPod Anschluss, Internet-Anschluss uvm. ausgestattet. Leider gab es keine Minibar und auch keinen Kühlschrank, jedoch war auf jeder Etage eine Eiswürfelmaschine, so dass man seine mitgebrachten Getränke kühlen konnte. Die Aussicht aus unserem Panoramafenster war zur einen Seite zum Times Square und zur anderen Seite sahen wir durch die Hochhäuser den East River. Einfach gigantisch aus dieser Höhe.
Das Hotel hatte jede Menge Aufzüge (allein die Hochgeschwindigkeitsaufzüge aus Glas waren eine Fahrt wert, wenn man, wie wir bis in die 35. Etage musste) und wo nötig Rampen. Das Personal dort war sehr freundlich und vor allem hilfsbereit.


Ein typisches Hotelbett in den USA: Mehr als ausreichend groß und, in der Regel, meist mit sehr weichen Matratzen ausgestattet.


Befahrbare Dusche mit großem Sitz


Das WC bot ausreichend Platz, auch für den Rollstuhl.

Die City:
Ansonsten war New York echt klasse. Wir haben wahnsinnig viel unternommen. Wir hatten uns vorher online einen New York Pass bestellt, damit hat man für die meisten Sehenswürdigkeiten und Museen den Eintritt schon bezahlt und muss nicht mehr an den Kassen anstehen. Als Rollifahrer wurde man dort sowieso bevorzugt behandelt und vorgelassen. Am ersten Tag sind wir nach der Ankunft im Hotel erst mal nur noch den Times Square rauf und runter gelaufen bzw. gerollt und haben uns die Gegend rund um das Hotel angeschaut. Natürlich musste man ständig Bürgersteige rauf und wieder runter, die waren jedoch meist an den Übergängen abgeflacht. An verschiedenen Stellen waren die Straßen sehr holprig, und eine Schiebehilfe war von Vorteil.


Aufzüge im Eingangsbereich des Hotels.

Am zweiten Tag sind wir zu Fuß bzw. im Rolli kreuz und quer durch Midtown. Wir sind zur Radio City Music Hall, zum General Electric Building, zum Rockefeller Center und dann mit den Hochgeschwindig keitsaufzügen hinauf auf die Aussicht splattform Top of the Rock. Es war eine wahnsinnig tolle Aussicht über Manhattan, die man von dort oben hatte. Danach sind wir zur St. Patrick‘s Cathedral, zur Grand Central Station und zum Schluss noch über die Fifth Ave ein wenig shoppen. Abends sind wir meist durch den Theater District, wie vermutlich alle anderen New York Besucher auch. Es war einfacher Tags über meilenweit durch Manhattan zu laufen, als abends mit dem Rolli durch die Menschenmassen am Times Square zu kommen.

Für den nächsten Tag hatten wir uns bei Big Apple Greeter angemeldet und hatten das Glück einen Greeter zu bekommen. Das sind New Yorker die freiwillig und ohne Bezahlung Touristen ihr New York zeigen wollen. Ich kann diese Organisation nur jedem empfehlen. Wir trafen auf einen sehr netten älteren Herrn, der uns sehr viel über seine Heimat erzählte und uns sehr viel zeigte. Mit ihm waren wir dann auch zum ersten Mal mit dem Rolli in der Metro, was gar nicht so einfach war, wenn man sich nicht auskennt. Leider hatte nicht jede Metrostation einen Aufzug. Und wenn man sich nicht auskennt, steht man erst mal an den Drehkreuzen und fragt sich wie man dort mit dem Rolli durchkommen soll. Aber alles halb so schlimm, es gabt eine extra Tür für Rollifahrer. Wir hatten uns vorher online informiert, welche Station einen Aufzug hat. Entweder mussten wir eine Station weiter fahren und den Weg zurück laufen, oder eine Station vorher aussteigen.
Es war auch etwas schwierig in der Menschenmenge mit dem Rolli in die Metro hinein zu kommen, da alles recht schnell gehen muss. Alleine würde ich das nicht machen, wir haben aber Rollifahrer gesehen die das auch alleine bewältigt haben (vermutlich Einheimische die das gewöhnt sind). Leider waren gleich an zwei Metrostationen die Aufzüge außer Betrieb als wir dort waren, und so fuhren wir dann mit unserem Greeter mit dem Bus. Die meisten Busse in New York sind mit einer absenkbaren Rampe ausgestattet, so dass es für Rollifahrer kein Problem ist, einzusteigen.



Die Bushaltestellen für Rollifahrer sind mit einem extra Schild gekennzeichnet. Mit unserem Greeter sind wir zum Financial District, zum Ground Zero, in die St Paul‘s Chapel (sie stand direkt am Fuß des WTC und blieb unversehrt), zum Battery Park, dem Castle Clinton Nat‘l Monument, zur Brooklyn Bridge, nach ChinaTown und Little Italie und Soho. Anschließend brachte er uns wieder zu unserem Hotel zurück. Die Straßen und Gehwege in China Town und Little Italie waren teilweise sehr holprig als wir dort waren.
Am vierten Tag sind wir den Broadway hinauf zum Central Park. Dort sind wir dann einfach nur mal spazieren gegangen und haben das schöne Wetter genossen. Zurück sind wir zum Time Warner Center, zum Trump Tower, zum MoMA dem Museum of Modern Art dann die Park Ave runter zum Chrysler Building, zur NY Public Library und dann wieder den Times Square hoch zum Hotel. Abends sind wir noch zu Madame Tussauds. Dort war so viel Betrieb, dass mein Mann vom Rolli aus die Wachsfiguren vor lauter Menschen vor ihm fast nicht sehen konnte.
Am fünften Tag sind wir wieder runter zum Finacial District, sind zum Battery Park und von dort mit der Fähre zur Freiheitsstatue gefahren. Von dort hat man einen tollen Blick auf Manhattan. Im Rolli genießt man überall den enormen Vorteil, nicht an den endlosen Schlangen warten zu müssen, sondern wird vom Aufsichtspersonal immer vorgelassen. Das Personal half meinem Mann auch mit dem Rolli auf die Fähre zu kommen. Von der Freiheitsstatue über Ellis Island zurück sind wir zur Wall Street, American Stock Exchange, der Trinity Church, Federal Hall etwas shoppen ins Century 21 und nochmals zum Ground Zero. Dann sind wir noch zum Woolworth Building und haben uns im City Hall Park etwas ausgeruht bevor wir wieder ins Hotel zurück gefahren sind. Abends wie immer Times Square und Broadway rauf und runter. Spät abends hatten wir dann noch Feueralarm im Hotel. Durch die Sirenen sind wir aufgeschreckt und wussten erst mal gar nicht was los war.


Empire State Building

Die Stimme aus dem Lautsprecher sagte zwar, dass man auf den Zimmern bleiben soll, aber als wir dann die Sirenen der Feuerwehr vorm Hotel hörten, beschlossen wir uns die wichtigsten Sachen in den Rucksack zu packen und solange die Aufzüge noch gehen runter zu fahren. Es standen etwa 7-8 Löschwagen der Feuerwehr vorm Hotel und die Feuerwehrmänner gingen mit schwerer Ausrüstung ins Hotel rein. Muss man mal erlebt haben, man kommt sich vor wie im Film. Da es nur ein Fehlalarm war, konnten wir relativ schnell wieder zurück ins Zimmer.


Blick vom Rockefeller auf den Central Park.

Am sechsten Tag sind wir ins American Museum of Natural History, eigentlich braucht man mindestens einen ganzen Tag um alles zu sehen, wir wollten aber nochmal in den Central Park und haben uns im Museum nur die Sachen angeschaut, die uns interessierten.
Danach sind wir einfach nur shoppen gegangen. Am späten Nachmittag sind wir dann zum Empire State Building und hinauf zum 86. Stockwerk zur Aussichtsplattform. Anschließend noch zum Madison Square Garden und wieder den Broadway hinauf zum Hotel.

Am siebten Tag haben wir einen Helikopterrundflug über Manhattan gemacht. Das war das absolute Highlight dieser Reise und ich kann es jedem der in New York ist nur empfehlen, einmal im Heli über Manhattan zu fliegen. Das Personal der Helikopter Airline hatte überhaupt kein Problem damit, meinen Mann in den Helikopter zu heben, als würden sie das jeden Tag machen. Es war ein tolles Erlebnis, und gleichzeitig das Geburtstagsgeschenk für meinen Mann. Am Nachmittag sind wir noch nach Greenwich Village und zum Flatiron Building, abends wieder durch den Theater District.


Manhattan: Ein Blick aus dem Helikopter


Brooklyn Bridge

Am achten und leider letzten Tag unserer Reise liefen wir vormittags wieder kreuz und quer durch Midtown, nochmal zum shoppen in meine Lieblingsgeschäfte. Wir konnten das Zimmer ohne Aufpreis bis zum Nachmittag behalten. Nach dem Koffer packen ging es dann im Taxi zum JFK Flughafen und mit einem problemlosen Nachtflug mit Lufthansa zurück nach Frankfurt. Es war ein toller und zugleich sehr anstrengender Urlaub. Aber wir sind froh, dass wir uns trotz Rolli getraut haben, nach New York zu fliegen.