Bericht Titel:
Pension Max-Peschel-Haus, Berchtesgaden


ID: DE-BY-BG-MP-04-04-2011
Name / Pseudonym: Claus

Angaben Handicap
Grad der Behinderung (GdB): 100
Klassen (G,B,aG,H,BL,GL,RF): G, aG, H
Rollstuhlabhängigkeit:  ja, permanent
Art der Behinderung: Querschnittlähmung, Paraplegie
nähere Beschreibung: Auto: Selbstständiges Aus- und Einsteigen möglich; fahre ein Behinderten gerechtes Auto; Bin weitgehend selbständig im Haus; Schwimmen ohne Hilfsmittel möglich; Kann mich über den flachen Rand eines Pools ins Wasser herunter lassen. Brauche aber Hilfe beim Verlassen des Pools

Angaben Ausflug - Reise - Urlaub
Land: Deutschland
Bundesland, Kanton, Bezirk: Bayern
Stadt/Ort: Berchtesgaden
PLZ, ZIP: 83471
Name Unterkunft: Max-Peschel-Haus; nennt sich jetzt Berghotel Buchenhöhe
Strasse: Buchenhöhe 24
Telefon: 08652 - 6009-0
e-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Datum, von: 13.03.2011
Datum, bis:  18.03.2011

Bericht Text:
Das Max-Peschel-Haus befindet sich auf 1000 Meter in der Buchenhöhe bei Berchtesgarden.
Über die deutsche Autobahn Richtung Salzburg kommend, kann es passieren, dass die freundliche Stimme aus dem Navigationsgerät den Weg über die mautpflichtige österreichische Autobahn empfiehlt. Diese Kosten lassen sich vermeiden, wenn man die deutsche Autobahn bereits über der Abfahrt „Reichenhall“ verläßt und den Weg entlang der Landstrasse wählt. 

Der Eingangsbereich zum Haupthaus des Max-Peschel Anwesen hat eine Steigung, die ich als aktiver Rollifahrer mit einiger Anstrengung geschafft habe, zu deren Bewältigung aber eventuell die Hilfe einer Begleitperson ratsam ist um einen Unfalle zu vermeiden.
Im Haupthaus befanden sich die behindertgerechten Doppelzimmer. Diese waren für mich mit dem Rollstuhl gut zu erreichen. Allerdings gab es auf dem Weg von den Zimmern zum Restaurant eine leichte Steigung und die Türe des zu benutzenden Aufzuges war nicht sehr breit, so dass es womöglich mit einem breiteren Rollstuhl Probleme geben könnte.
Eine telefonische Anfrage ist daher sicher ratsam.
Aus organisatorischen Gründen benutzte ich während meiner Zeit im Max-Peschel-Haus zwei verschiedene, behindertengerechte Wohneinheiten, die ich kurz beschreiben möchte.
Beide Wohneinheiten waren in einem sauberen und angenehmen Zustand.
Der erste Wohnbereich, etwas geräumiger als das zweite, hatte ein ausreichend großes Bad, so dass ich dort im Rollstuhl keine Probleme hatte.

Dieses Bereich besaß einen Nebenraum mit einem weitern Bett, welches ein Pflegebett zu sein schien. Da bin ich aber nicht ganz sicher.

Der Blick ins Bad der ersten Wohneinheit

Eingangsbereich zu den beiden Räumen der ersten Woheinheit.
Unten das größere der beiden Schlafzimmer.

Hier der Nebenraum des ersten Wohnbereiches mit einem weitern Bett, welches ein Pflegebett sein könnte
(bitte nachfragen)

Nun zum zweiten Wohnbereich:

Der zweite Wohnbereich, den ich benutzte, bestand aus einem Zimmer und einem Bad. Dieser war insgesamt zwar kleiner aber ich kam auch dort gut zurecht.

Die zweite Wohneinheit: Blick in das Wohn- und Schlafzimmer.

Unten der WC-Bereich.

Hier die Dusche des zweiten Wohnbereiches mit Sitz und rutschfestem Boden.

Das sehr saubere, doch leicht in die Jahre gekommene Haupthaus des Anwesens soll, laut Aussage des Personals, eine Stiländerung erfahren und daher ist eine komplette Renovierung geplant.
Dazu wurden bereits neue Nebengebäude, mit Aufzügen ausgestattet, errichtet, in denen sich weitere Zimmer, Apartments und Schulungsräume befinden. Leider scheinen diese aber nicht rollstuhlfreundlich zu sein, wie mir erzählt wurde. Aber auch diese Aussage wäre bei Bedarf durch eine Nachfrage zu klären.
Während meines Aufenthalt hatte ich Vollpension und kann nur gutes über die Küche und Personal berichten. Es gab morgens und abends jeweils ein sehr reichhaltiges Buffet und Mittags Menüs mit 3 Gängen.

Die Umgebung:
Das unabwendbare Dilemma für Rollstuhlfahrer in den Bergen ist, es ist nie gerade und anstrengendes Schieben war fast ständig von Nöten.
Also, ohne Begleitperson geht es auch für sehr aktive Rollstuhlfahrer oft nicht.
Rund um Berchtesgarden gibt es sehr schöne Ausflugsziele. Dazu gehören der Königssee ebenso wie die Watzmanntherme.

In der Therme verbrachten wir einen Nachmittag.
Im Eingangsbereich der Therme befand sich ein großer Umkleidebereich mit Spinte und einem Aufzug um in den Bäderbereich zu gelangen. Dort gab es auch eine Behindertendusche. Zu den einzelnen Schwimmbecken konnte ich mit den Rollstuhl fahren aber das Einsteigen in die Schwimmbecken erfolgt über Treppen oder, für mich, vom Boden aus. Es gab keinen behinderten gerechten Lift für den Einstieg ins Becken.
Ganz in der Nähe, ca. 200 Meter entfernt von der Pension Max-PeschelHaus, befindet sich eine gemütliche Gaststätte, „Der Holzkäfer“. Man konnte dort über einen steilen Weg und eine Stufe am Haupteingang zum Gastraum gelangen. Aber es wurde extra ein zweiter Eingang für Rollstuhlfahrer angelegt, der ohne Hindernis ins Haus führt.
Auf einer Bewertungsskala von 1 bis 10 (1=sehr schlecht, 10 = sehr gut) würde ich die Pension Max-Peschel-Haus und das umliegende Freizeitangebot mit 9 Punkten bewerten. Mir hat es sehr gut gefallen und ich würde wieder dort Urlaub machen.